Liebe Gelsenkirchenerinnen, liebe Gelsenkirchener!
Niemand ist eine Insel. Jeder von uns trifft tagtäglich Entscheidungen, die Auswirkungen auf viele andere haben. Und umgekehrt erfordern auch die größten globalen Herausforderungen am Ende ein ganz konkretes Tun eines jeden Einzelnen. Auch in Gelsenkirchen.
Der Klimaschutz ist eines der drängendsten Beispiele dafür. Wollen wir es weltweit überhaupt noch schaffen, die Erderwärmung auf ein erträgliches Maß zu begrenzen, dann ist das nur mit einem radikalen Umbau unserer Energieerzeugung und unserer Mobilitätsgewohnheiten möglich. Und dieser Umbau - der ist am Ende ganz konkret und ganz nah. Auch bei uns in Gelsenkirchen. Die Energiewende findet in letzter Konsequenz auch zwischen Hassel und Rotthausen statt.
Und hier ist sie bereits in vollem Gange. Im vergangenen Jahr hat der Rat das Klimaschutzkonzept 2020 beschlossen. Bis zum Jahr 2020 wollen wir das in Gelsenkirchen ausgestoßene Kohlendioxid um 25 Prozent reduzieren. Das ist ein ehrgeiziges und stolzes Ziel. Aber wir fangen nicht bei Null an. Zahlreiche verschiedene Initiativen und Projekte in diesem Bereich laufen bereits seit Jahren. Würden wir einfach nur die bestehenden Maßnahmen fortführen, so ergäbe sich bereits eine CO2-Reduktion um 9 Prozent.
Aber wir wollen und brauchen natürlich mehr. Dementsprechend haben wir bereits weitergehende Maßnahmen für die Jahre 2012 bis 2014 formuliert. Wir stellen aus unserem - bekanntlich nicht allzu üppig ausgestatteten - Haushalt mehr Geld und Personal für den Klimaschutz bereit als je zuvor. So richten wir derzeit gemeinsam mit der Verbraucherzentrale NRW eine Energieberatungsstelle für Gelsenkirchen ein. Das bedeutet: In wenigen Monaten wird ein Gelsenkirchener Energieberater hier vor Ort Hausbesitzer, Handwerker, Kreditinstitute und Architekten zur energetischen Gebäudesanierung und zu anderen Fragen informieren können.
25 % weniger Kohlendioxid bis 2020
Wir werden außerdem zwei Klimaschutzmanager einstellen. Die sollen den Klimaschutz- und Solarbeauftragen der Stadt bei der Koordinierung der gesamtstädtischen Klimaaktivitäten unterstützen und Projekte aus dem Maßnahmenkatalog betreuen. Das aus meiner Sicht wichtigste Projekt wird der Aufbau eines Gelsenkirchener Unternehmensnetzwerks zum betrieblichen Klimaschutzmanagement sein.
Das ehrgeizige CO2-Einsparziel von 25 Prozent soll uns dabei ein Ansporn sein. Wobei klar ist: Eine solche Reduktion an Treibhausgasen wird die Stadtverwaltung nicht allein erreichen. Das können wir nur gemeinsam schaffen, als gesamte Stadtgesellschaft. In einer großen konzertierten Aktion, an der sich viele unterschiedliche Kräfte beteiligen: die Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Engagement und ihren Initiativen; die Unternehmen und die Beschäftigten mit ihrem Wissen und ihrer Kreativität; die Hausbesitzer und künftigen Hausbauer; die Handwerker und Ingenieure; die Wissenschaftler in den Forschungsinstituten und die Tüftler in den Betrieben; überhaupt alle Erzeuger und Nutzer von Energie, von Strom und Wärme. Und auch alle Verkehrsteilnehmer, denn der Straßenverkehr ist mit einem Drittel einer der großen Verursacher des CO2-Ausstoßes.
Zukunft mitgestalten
Die Klimaschutzkonferenz im Wissenschaftspark war in meinen Augen ein guter, ein Mut machender Auftakt, um viele verschiedene Akteure in der ganzen Stadt zu finden, die ein Ziel haben: die Energiewende in Gelsenkirchen.
Denn auch wenn sich vieles grundlegend wandelt - eines bleibt doch bestehen: Energie hat in Gelsenkirchen eine große Tradition. Und Energie hat hier - in anderer Form - auch eine große Zukunft.
Ich würde mich freuen, wenn an dieser Zukunft möglichst viele von Ihnen mitwirken würden!
Glück auf!
Ihr
Frank Baranowski

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