Logo Museum Schloss Horst

Die Erweiterung der Dauerausstellung:

Transport und Alltagsleben

Seit November 2011 ist die erste Erweiterung der Dauerausstellung geöffnet. Die Baustelle ist nun erweitert um den Bereich Baumaterialtransporte. Ein Animationsfilm mit hohem Unterhaltungswert zeigt die Bedingungen und Probleme von Transporten zu Land und zu Wasser im 16. Jh. Dem von Andernach bis in den Raum des heutigen Duisburg kostspielig über den Rhein verschifften Moselschiefer als Material mit dem weitesten Transportweg stehen auf der anderen Seite das Bauholz und die Ziegel gegenüber, die in unmittelbarer Nähe der Baustelle erzeugt wurden, was auch ein kleines Modell zeigt. Auf einem Hinterhof mit einem in einer Toreinfahrt "geparkten" halb entladenen Lastkarren werden die häufigsten Transportmittel der Zeit ebenso wie die schlechten Straßenverhältnisse greifbar.

Transport und Alltagsleben © Stadt GelsenkirchenTransport und Alltagsleben © Stadt GelsenkirchenTransport und Alltagsleben © Stadt Gelsenkirchen

Über den Hof gelangt man, vorbei an einem Pranger als Zeichen der niederen Gerichtsbarkeit des Hauses Horst, in ein einfaches ländliches Haus in der Schlossfreiheit, das von Pächtern des Schlossherrn oder einfachen Handwerkern bewohnt wird. Schlafen, Essen, Heimarbeit und Viehhaltung, alles vereinigt sich hier in einem einzigen großen Raum.

So erhalten die Besucher Einblick in das Alltagsleben der einfachen Menschen. Zur Sprache kommt dabei auch das, worüber man eigentlich nicht spricht: wohin ging man, wenn man mal dringend musste? Ein Abortgebäude aus einfachen Brettern, viel zu nah am Brunnen für die Wasserversorgung gelegen, illustriert die katastrophalen hygienischen Bedingungen in den Häusern der frühen Neuzeit. Schwärme von Ratten und Mäusen zeigen: Infektionsgefahr lauert überall. Damit rundet der Ausstellungsteil das umfassende Bild von Leben und Arbeit in der Renaissance ab.